(Text 1)

Eintrag 1

Tagebuch Notiz: An einem nasskalten Wintertag in Köln, Januar 23.1.2146. Eigentlich kein angenehmes Klima, um die Laufschuhe auszupacken und über den grauen Asphalt zu „turnen“, wenn man den etwas unbeholfenen Füßen glauben schenken kann, die einen so o

 

Robodijay im Jahr 2146

Robodijay im Jahr 2146

 

der so, und dann nochmals ein wenig widersetzend durch die Strassen und Waldwege tragen. Viel schöner ist es zeitweilig, eine Tasse warmen Tee in der eigenen vertrauten Umgebung zu schlürfen und einfach nur über den Laufsport nachzudenken. Das scheint jetzt zwar nicht unbedingt für Leistungsbereitschaft zu sprechen, oder den Willen, den eigenen Energiehaushalt zur Fettverbrennnung anzuregen, aber es schadet auch nicht. Denn es gibt keinen klaren Beweis, das Jogging im Regenwetter außer dem Pflanzenwuchs auch das Muskelwachstum fördert. Größer und Stärker werden ist am heutigen Tag nicht nur ein Privileg der Baumschüler, sondern mein Motto für diesen einzigartigen Tag im Jahr 2146. Köln ist meine Heimat, meine vertraute Metropole und eine sehenswerte Großstadt. Der Rhein, der Dom und Wiesen und Felder in der urbanen Umgebung laden zum Laufsport ein. Doch mein Favorit ist der kölner Stadtwald, der Abwechslung bietet. Vom Beethovenpark in Sülz, eine Runde um den Decksteiner Weiher bis zum Müngersdorfer Stadion und natürlich zurück. 13.5 km habe ich einmal die Strecke vermessen, die ich am heutigen Tage in der gewohnten Lauf- Routine bewältigen werde.

Beim Laufen schweifen meine Gedanken zeitweilig in luftigen Träumereien, oder ich grübele über mein Vorhaben, ein Tagebuch zu führen, das die Ereignisse der nächsten Monate für alle Zeiten verewigen sollen. So kann ich später, in meiner persönlichen Zukunft noch einmal die Geschehnisse beim Lesen der Zeilen einblenden, mich an zurückliegende Momente erinnern und eine eigene Bilanz ziehen – was wollte ich erreichen – und was ist mir geglückt (vielleicht auch mißlungen) in einer bewegten Zeit….

Mein Tagebuch im Jahr 2146

Meine Freunde nennen mich Robodijay und diese Worte sind nicht in meinem Notizblock programmiert, sondern Imagination meines künstlerischen Anspruchs. Denn ich denke hier gewiss nur laut vor mich hin. Wenn das getan ist, bleibt Zeit um sich mit der Konstruktion neuer Musikstücke auseinanderzusetzen, denn meine Leidenschaft gilt dem Erfinden meiner eigenen Sounds. Neue Ideen finden sich nicht nur in den heimischen Wäldern, sondern auch in Truhen und Gedankenschubladen. Ob jemand anderes einmal diese Zeilen liest bleibt ungewiß, aber mein Tagebuch beginnt mit diesem 1. Text, ein Eintrag in den virtuellen Kalender mache ich nun, bin mir aber nicht sicher, was ich eigentlich schreiben will. Ich bin aber überzeugt, das die Nachwelt mir meine Unsicherheit verzeiht, deshalb schreibe ich einfach auf, was ich in nächster Zeit so alles erlebe und wie ich darüber urteile…

 

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Köln im Jahr 2146 - Utopi Tagebuch